Innovatives Großprojekt optimiert Okobilanz in MV

Rostocker Klärschlammprojekt erhält Förderung aus dem Programm "Kommunale Klimaschutz Modellprojekte" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Die Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH (KKMV) hat vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) die Förderzusage für ein wegweisendes Modell zur Klärschlamm-Verwertung und Energiegewinnung erhalten. Die Förderung wird im Rahmen "Klimafreundliche kommunale Modellprojekte" bereitgestellt und belauft sich auf 3,6 Millionen Euro. Ziel des Förderprogramms ist es, einen wesentlichen Beitrag zur Minderung jährlicher Treibhausgasemissionen in Kommunen zu erreichen.

Mit der Gewährung der Fördermittel wird das innovative Projekt zur thermischen Klärschlammverwertung der Klärschlamm-Kooperation Mecklenburg-Vorpommern (KKMV) als bundesweites Modellprojekt anerkannt. Ziel der KKMV ist es, für 15 Wasser- und Abwasserzweckverbände aus Mecklenburg-Vorpommern (MV) eine moderne Anlage zur umweltschonenden und kostengünstigen Klärschtammverwertung in Rostock zu bauen und zu betreiben.

Förderfähig wurde das Projekt durch seinen innovativen Charakter. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verwertungsanlagen, die Trocknung und Verbrennung am selben Standort verfolgen, wählt die KKMV einen neuen Weg: An drei verschiedenen Standorten wird jeweils eine dezentrale Vortrocknungsanlage für den Klärschlamm errichtet. Durch den Einsatz von regenerativer Abwärme wird dessen Heizwert erheblich gesteigert. Die vorgetrockneten Klärschlamme werden dann zur zentralen thermischen Klärschlammverwertungsanlage nach Rostock transportiert. Hier wird durch die Verbrennung regenerative Energie gewonnen, die direkt in das Fernwärmenetz eingespeist wird.

Die Vorteile sind greifbar. Die drei dezentralen Vortrocknungs-Standorte profitieren von der verfügbaren überschüssigen Abwärme und die Großstadt Rostock erhält zusätzlich kostengünstige "Grüne Wärme" aus der Klärschlammverbrennung. Das ist hoch effizient und ökologisch vorbildlich. Als Nebeneffekt werden die Transportmengen um 20. 000 Tonnen reduziert.

In dem Bemühen, die globale Erderwärmung auf unter 2°C zu reduzieren, spielt der effiziente Umgang mit Energie, insbesondere Wärme, im kommunalen Bereich eine bedeutende Rolle.

Mit dem innovativen Projekt wird eine - in Deutschland bisher einmalige - breitflächige und regional aufeinander abgestimmte Verwendung von regenerativer Abwärme durchgesetzt. Durch die direkte Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Rostock AG können ganzjährig 3.700 Haushalte mit "Grüner Wärme" versorgt werden, das bedeutet eine jährliche CO2 Reduktion von mehr als 10. 000 Tonnen.

Durch den Betrieb der Thermischen Klärschlammverwertungsanlage gelingt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bereits vorzeitig ein wesentlicher Schritt zur Erfüllung der Klimaschutzziele aus dem "Masterplan 100% Klimaschutz".

Das BML) bewertet das genehmigte Vorhaben der KKMV als beispielgebend für alle Regionen, die eine wirtschaftlich und ökologisch vertretbare kommunale Lösung für die Behandlung von Klärschlamm anstreben.

 

Weitere Informationen in folgender Präsentation:

Pressekonferenz 21.06.2019